Employer Branding in der Immobilienwirtschaft strategisch aufbauen

Wer beliebt ist, erzielt Anerkennung und um den bemühen sich die Mitmenschen. Dieses Prinzip funktioniert nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch im Business und besonders in der Immobilienbranche. Immobilienbüros mit einer top Reputation erhalten zahlreiche Zuschriften von Interessenten, die sich als Immobilienmakler im Unternehmen bewerben oder die Dienstleistung des Anbieters in Anspruch nehmen möchten. Der Kampf auf dem Immobilienmarkt muss nicht mit höheren Gehältern oder mehr Provisionen gestaltet werden, sondern kann sich mittels der Positionierung der eigenen Marke ganz einfach ins Positive wenden. Employer Branding ist die Chance für Immobilienmakler und Immobilienbüros, ihr Standing zu optimieren und bei der Zielgruppe, sowie auf dem Arbeitsmarkt unter den Top 10 auffindbar zu werden.

Je positiver das Bild, umso mehr Interesse baut sich auf und umso beliebter wird ein Unternehmen. Gerade in einer Branche wie dem Immobilienmarkt spielt der Beliebtheits- und Anerkennungsfaktor eine übergeordnete Rolle in Bezug auf die Marktanteile und die Aufmerksamkeit potenzieller Mitarbeiter oder Kunden.

Worum handelt es sich bei Employer Branding?

Employer Branding ist die englische Bezeichnung für die Arbeitgeber Markenbildung und beinhaltet alle Strategien, die das Immobilienbüro im Wettbewerb zur Arbeitnehmergewinnung einsetzt. Die Präsentation als attraktiver und marktführender Arbeitgeber mit zahlreichen Vorteilen für versierte Fachkräfte ist die beste Chance, beim Rekruiting erfolgreich zu sein und sich nicht eigenständig um Mitarbeiter bemühen zu müssen. Eine „beliebte und bekannte Marke“ schaltet eine Rekruiting Kampagne und kann sich im Anschluss vor versierten Bewerbern kaum retten. Genau auf diese Option zielt Employer Branding ab und gilt als Wegbereiter, um die gewünschte Position und den bevorzugten Status auf dem Arbeitsmarkt in der Immobilienwirtschaft zu erhalten.

Die Erhöhung des Status gilt als primäres Ziel im Employer Branding und führt dazu, dass die Position als attraktiver Arbeitgeber in den Fokus der Zielgruppe, also der Bewerber gerät. Um in eine attraktive Position zu gelangen, muss der Bewerber einen klaren Mehrwert erkennen und Vorteile sehen, ein Alleinstellungsmerkmal finden und über die Stärken des Unternehmens im Wissen sein. Somit finden im Employer Branding Maßnahmen Anwendung, die eine klare Abhebung zur Konkurrenz aufzeigen und Bewerbern signalisieren, warum das eigene Immobilienbüro der beste Arbeitgeber der Region ist und eine Mitarbeit im Unternehmen die Chance auf eine steile Karriere bietet. Neben dem Ziel der Rekrutierung von Fachkräften und versierten Mitarbeitern verfolgt Employer Branding auch die Zielsetzung, bereits angestellte Mitarbeiter der Immobilienfirma zu binden und sie auf eine langjährige Mitarbeit im Unternehmen zu fokussieren.

Employer Branding in der Immobilienbranche besonders wichtig

Die Personalsuche hat sich verändert und mit ihr haben auch die Maßnahmen zum Rekruiting eine Änderung durchlaufen. Früher musste sich ein Bewerber als perfekter Mitarbeiter beweisen und musste aufzeigen, warum er für ein Stellenangebot in Frage kommt und besser als andere Bewerber ist. Da die Immobilienbranche sehr breit gefächert und in großer Vielfalt auf dem Markt vertreten ist, liegt die Beweispflicht nicht länger in der Hand des Bewerbers, sondern beim potenziellen Arbeitgeber. Um versierte Mitarbeiter zu finden, spielt die Marke des Immobilienbüros eine übergeordnete Rolle. Um Interessenten auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen und deren Interesse zu schüren, nimmt die Bekanntheit und Reputation einer Marke maßgeblichen Einfluss. Employer Branding lohnt sich nicht nur für große und mittelständische Arbeitgeber, sondern bietet vor allem kleinen Immobilienfirmen die Chance, sich auf dem Markt von Mitbewerbern abzuheben und mit ihrem Portfolio und ihrer Markenbekanntheit für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Interne und externe Maßnahmen zur Markenbekanntheit

Im Immobilienbereich müssen potenzielle Arbeitgeber sowohl interne, wie auch externe Maßnahmen zum Employer Branding ergreifen. Dabei spielt die Einhaltung der Markenversprechen eine übergeordnete Rolle, da sich potenzielle Mitarbeiter nicht primär an den Werbeaussagen, sondern mit gleichem Fokus an den Gegebenheiten vor Ort orientieren. Ein überzeugender Brand unterstützt nicht nur bei der Rekrutierung von Fachkräften, sondern mindert die Fluktuation der Mitarbeiter und unterstützt die langjährige Bindung von Arbeitnehmern in der Firma. Eine hohe Fluktuation beeinträchtigt die Positionierung nach außen und lässt Interessenten vermuten, dass es im Unternehmen interne Schwierigkeiten gibt.

Für ein optimales Employer Branding sind folgende Faktoren ausschlaggebend:

1. Die eigene Stärke muss präsentiert und mit realistischen Fakten untermauert werden. Dazu gehört, dass man über die Stärken der Mitbewerber auf dem Markt in Kenntnis ist und eigene Pluspunkte betont, die gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern aufzeigen.

2. Nur eine zielgruppenorientierte Strategie erweist sich als wirklich erfolgreich. Um Fachkräfte in der Immobilienbranche zu finden und mit der Marke zu überzeugen, müssen die Sprache und Strategie auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppe abgestimmt werden. Wer zum Beispiel junge Mitarbeiter für sein Immobilienbüro sucht, kann sich Marketing in der Tageszeitung sparen und sollte sein Budget besser in soziale Netzwerke und junge Jobbörsen investieren.

3. Die Angleichung der eigenen Stärken an die Wünsche und Vorstellungen der Zielgruppe ist ein weiterer wichtiger Aspekt für erfolgreiches Employer Branding. Durch Befragungen lässt sich der Anspruch der Zielgruppe ermitteln und direkt in die eigene Strategie zur Arbeitnehmersuche auf dem Immobilienmarkt einfügen.

4. Floskeln und Standardaussagen wirken unseriös und wenig kreativ. Um mit einer eigenen Marke aufzufallen, müssen sich die Aussagen bei Stellenausschreibungen von den Worten der Mitbewerber unterscheiden. Begriffe wie Teamgeist und Aufstiegschancen sind in der Immobilienbranche nicht neu und werden von jedem Mitbewerber gleichermaßen verwendet. Wer sich abheben möchte, muss mit Worten innovativ umgehen und so für Aufmerksamkeit sorgen.

5. Konsequenz trägt zum Erfolg bei. Dies gilt auch für Versprechen, die konsequent eingehalten und dem Bewerber aufgezeigt werden müssen. Mit einem guten Employer Branding besteht die Chance, neue Mitarbeiter aus der Immobilienbranche in aller Welt zu finden, das Interesse von Quereinsteigern zu steigern und dem eigenen Unternehmen die Bedeutung zu verleihen, die es in den Augen der Unternehmensführung bereits hat.

Die Position als attraktiver Arbeitgeber

Die Positionierung der eigenen Marke erweist sich nur dann als effektiv, wenn sie von der Zielgruppe wahrgenommen wird. Dazu reicht es nicht, eine dynamische und einzigartige Website ins Leben zu rufen und diese mit wichtigen und interessanten Informationen zu füllen. Moderne Immobilienbüros sind dort präsent, wo die Zielgruppe der potenziellen Bewerber nach Informationen sucht und zum Beispiel auf ein Stellenangebot aufmerksam wird. Dazu gehören soziale Netzwerke und Video Plattformen, in dem sich ein Unternehmen im Zuge des Employer Branding beispielsweise per Video vorstellen und Einblicke in den Arbeitsalltag geben kann. Die Immobilienbranche hat in der vergangenen Zeit an seriöser Reputation eingebüßt und musste einige Rückschläge verkraften. Umso wichtiger ist es, die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nicht dem Zufall zu überlassen und sich so zu positionieren, dass man seriös, dynamisch und kompetent auftritt und dem Interessenten einen wirklichen Mehrwert bereitstellt.

Um als attraktiver Arbeitgeber aufzutreten, muss sich das eigene Angebot von den Angeboten der Mitbewerber abheben und als einzigartig herausstechen. Dies gelingt nur, wenn die Präsentation nach außen auf den inneren Werten des Immobilienbüros aufbaut und dem Bewerber beim Gespräch in der Personalabteilung die Dinge aufzeigt, mit denen beim Rekruiting geworben wurde. Employer Branding ist aber nicht nur bei der Suche nach Bewerbern hilfreich, sondern unterstützt auch bei der Vermarktung von Immobilien und der Aufmerksamkeitssteigerung der Zielgruppe, die nach einem seriösen und versierten Immobilienmakler sucht. Die Reputation der eigenen Marke steht im Vordergrund aller Bemühungen, egal ob ein Immobilienbüro um Kunden wirbt oder sich auf die Suche nach Mitarbeitern begibt. Jede Employer Branding Strategie sollte auf das Unternehmen abgestimmt und an dessen Besonderheiten orientiert sein und sowohl intern, wie auch extern durch Authentizität überzeugen.

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