Ist Immobilienmakler ein familienfreundlicher Beruf?

Für viele ist der Beruf des Immobilienmaklers ein Traumberuf. Man ist nicht nur im Büro, sondern auch unterwegs und hat viel Abwechslung. Man lernt ständig neue Leute kennen und die Verdienstmöglichkeiten sind auch nicht gerade schlecht. Aber ist dieser Beruf auch familienfreundlich? So eindeutig und pauschal lässt sich die Frage gar nicht beantworten. Dies hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Darum müssen wir die Frage: „Ist Immobilienmakler ein familienfreundlicher Beruf?“ von mehreren Seiten betrachten. Die erste und grundsätzlichste aller Frage hierbei ist, wie das Beschäftigungsverhältnis aussieht. Arbeitet der Immobilienmakler als Angestellter, Freiberufler oder Selbständiger?

Immobilienmakler im Angestelltenverhältnis

In den seltensten Fällen arbeiten Immobilienmakler in einem Angestelltenverhältnis mit Festgehalt, wie bei Banken, Bausparkassen oder Bauträgern. Der Trend geht immer mehr dahin, dass nur noch in der Einarbeitungszeit ein fest vereinbartes Grundgehalt gezahlt und anschließend erfolgsorientiert vergütet wird. Die Terminierung mit Kunden bewegt sich beim Immobilienmakler im Angestelltenverhältnis wohl am ehesten noch im Rahmen der üblichen Geschäftszeiten. Das liegt daran, dass man als Kunde von einer Bank nicht erwartet, dass Sie in den späten Abendstunden, an Feiertagen, Samstags und Sonntags Besichtigungstermine durchführt. Als Immobilienmakler im Angestelltenverhältnis richtet man sich nach seinem Arbeitsvertrag, in dem auch die Arbeitszeiten geregelt sein müssen. Damit ist die Freizeit und insbesondere die Zeit für die Familie relativ planbar.

Immobilienmakler als Freiberufler

Arbeitet man als Immobilienmakler freiberuflich für ein Unternehmen, kann man von der Betreuung durch das Unternehmen profitieren, sei es durch Marketingmaßnahmen, After-Sales-Betreuung der Kunden oder sonstige Unterstützungsleistungen. Der eigene Aufwand wird dadurch reduziert. Streng geregelte Arbeitszeiten gibt es nicht, es ist jedoch ein gewisses Soll zu erbringen. Als freiberuflicher Immobilienmakler kann man sich seine Arbeitszeit selbst einteilen und im Büro oder Home Office arbeiten. So kann man die Büroarbeit erledigen, wenn die Kinder im Kindergarten oder zur Schule sind, gemeinsam zu Mittag essen und auch mal Tagesfreizeit für die Familie einplanen. Allerdings sollte der Arbeitsaufwand nicht unterschätzt werden. Man ist ständig damit beschäftigt ein Immobilen-, Käufer- und Verkäuferpool aufzubauen und zu erweitern. Bei der Akquise muss man schnell reagieren und agieren, denn eine Vergütung bekommt man nur im Erfolgsfall.

Selbständiger Immobilienmakler

Die Tätigkeit kann nach einer Weiterbildung als Immobilienmakler schnell aufgenommen werden. Als selbständiger Immobilienmakler ist man für seinen Erfolg komplett selbst verantwortlich. Man kann sich ein Büro anmieten oder im Home Office arbeiten. Ein Büro sollte feste Öffnungszeiten haben. Im Home Office ist man unabhängiger und zeitlich flexibler. Man hat jedoch auch weniger Laufkundschaft. Die Gestaltung der Arbeitszeit bestimmt man grundsätzlich selbst, sie wird aber auch zum größten Teil vom Kunden bestimmt. Wer erfolgreich sein will, muss viel Zeit und Engagement investieren. Der Kunde ist König und je flexibler man ist, desto größer ist der Erfolg bei der Vermittlung von Miet- oder Kaufobjekten. Daher wird man als selbständiger Immobilienmakler auch viele Kundentermine in den Abendstunden oder an den Wochenenden wahrnehmen müssen, also genau dann, wenn andere ihre Freizeit genießen. Ist die Konkurrenz groß, muss man Objekte sehr schnell akquirieren. Wenn man sich eine gute Basis an Objekten, Käufern und Verkäufern geschaffen hat, kann man Mitarbeiter einstellen, die sich um zeitraubende Tätigkeiten kümmern, wie Akquise von neuen Aufträgen, Marketing oder Büroarbeit im Allgemeinen, so dass man mehr Freiraum für die Familie hat.

Wie groß ist die Region?

Ein weiterer Faktor, der Einfluss darauf hat, wie viel Zeit man als Immobilienmakler mit seiner Familie verbringen kann, ist die Region, in der man Objekte akquiriert und anbietet. Je größer die Strecke zwischen Büro und Objekt ist, desto mehr Zeit bleibt auf der Strecke. Optimal ist es, wenn die zu vermittelnden Objekte in einem kleinen Radius dicht beieinander liegen. Dies ist aber nicht immer umsetzbar, insbesondere nicht in ländlichen Gegenden.

Welche Ziele habe ich und wie viel Engagement will ich investieren?

Ist Immobilienmakler ein familienfreundlicher Beruf oder eher doch nicht? Schlussendlich hängt dies neben den bereits genannten Faktoren insbesondere auch davon ab, wie engagiert man als selbständiger Immobilienmakler arbeiten möchte und welche Ziele man verfolgt. Wenn man sehr erfolgreich sein möchte, dann muss man auch sehr viel Zeit investieren. Genügt einem jedoch die Vermittlung von wenigen Verkaufsobjekten, um ein mittelständiges Leben führen zu können, dann wird man auch mehr Freizeit haben. Eine mögliche Variante wäre auch, dass man mit dem der Partner zusammen arbeitet und somit beruflich viel Zeit miteinander verbringt.

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