Wie wird man Gutachter und Sachverständiger für Immobilien?

Der Beruf des Immobiliengutachters ist kein offizieller Lehrberuf. Die Berufsbezeichnung ist entsprechend nicht gesetzlich geregelt. Folglich kann sich fast jeder, der sich mit Immobilien beschäftigt, auch als entsprechender Gutachter bezeichnen, sofern er über genügend Fachwissen verfügt und gewisse Regeln einhält. Zudem dar die Berufsbezeichnung „Immobiliengutachter“ nicht irreführend eingesetzt werden, so dass kein unlauterer Wettbewerb entsteht. Entsprechend muss er zumindest ein gewisses Fachwissen im Bauwesen und in der Architektur verfügen. Der Weg hin zu diesem Beruf erfordert also mehr als nur den Nachweis von reinem Sachverstand.

Aufgabenbereiche des Immobiliengutachters

Meist werden IM-Gutachter logischer Weise beim Kauf oder der Finanzierung einer Immobilie zu Rate gezogen. Er fungiert dann als Berater und schätzt aufgrund seines Fachwissens und seiner Erfahrung den Zustand und den Wert des Objektes ein. Das Gutachten stellt für die beteiligten Parteien Basisinformationen bereit, die für eine Entscheidung zum Kauf- bzw. einer Finanzierung betreffend wichtig sind. Entsprechend muss sich der Immobiliengutachter natürlich mit den gängigen Wertermittlungsmethoden und den anzuwendenden Verordnungen der WertV, der WertR und der ImmoWertV auskennen.

Werdegang zum Immobiliengutachter

Da, wie schon erwähnt, die Berufsbezeichnung „Immobiliengutachter“ nicht geschützt ist, müssen doch bestimmte, fachliche Kompetenzen errungen werden, um als solcher tätig zu werden. Die Fachkenntnisse, die nötig sind, gehen in der Regel über das normale Wissen von Immobilienmaklern hinaus. Grundsätzlich kann die Laufbahn auf Grundlage eines Hochschulstudiums begonnen werden. Mehrjährige Praxiserfahrungen im Immobilienwesen, Schulungen und Weiterbildungen sollten folgen. In Deutschland können unterschiedliche Zertifikate erworben werden, die die Qualifizierung als Immobiliengutachter belegen. Dabei handelt es sich sowohl um staatlich anerkannte Zertifikate als auch um Zertifikate für freie Gutachter, sowie um Zertifikate, die von der EU vergeben werden. Um ein solches Zertifikat zu erlangen, müssen Seminare und Schulungen besucht werden, beistpielsweise an der EIA Akademie, bei Sprengnetter oder die QM Akademie.

Wie wird man Immobiliengutachter?

Diese Frage stellen sich meist Personen, welche bereits als IM-Makler, IM-Fachwirt oder einem Beruf in der Wohnungs- und Grundstückswirtschaft ausüben. Um eine weiterführende Ausbildung zum Immobiliengutachter anstreben zu können, sollten natürlich gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Der Nachweis über ein abgeschlossenes Hochschulstudium bzw. ein Meisterbrief sind hilfreich, um fortführenden Lehrgänge besuchen zu können. Praxisbezogene Basisseminare zum Erwerb der erforderlichen Kenntnisse und Grundlagen werden von verschiedenen Institutionen und Akademien angeboten. Hinzu kommen weiterführende Weiterbildungs- und Aufbaulehrgänge im Bereich Bauwesen.

Schwerpunkte für Immobiliengutachter im Bauwesen

Grundsätzlich muss bei der Tätigkeit des Immobiliengutachters im Bauwesen zwischen dem Wertgutachter und dem Schadensgutachter differenzieren. Erstere beschäftigen sich mit Wertermittlungsgutachten für unbebaute und bebaute Grundstücke, wobei zwischen Zeitwert-, Neuwert-, Verkehrswert-, Beleihungswert- und Versicherungswertgutachten unterschieden wird. Der Baugutachter hingegen erstellt vorwiegend Einschätzungen zu Bauschäden, wie beispielsweise bei Schimmelpilzbefall.

Seminare und Weiterbildungen – so wird man Immobiliengutachter

Bundesweit werden Fachseminare und Lehrgänge für Fachleute aus dem Immobilien- und Baubereich durchgeführt, die im Rahmen der Ausbildung zum Immobiliengutachter besucht werden sollten. Meist werden Seminare in Form von Wochenendseminaren oder mehrtägigen Lehrgängen abgehalten. Wer sich für ein Seminar interessiert, sollte natürlich ein praxisorientiertes Angebot wählen, bei dem hochqualifizierte Dozenten mit langjähriger Erfahrung im jeweiligen, behandelten Fachgebiet ihr Wissen weiter geben.

Zertifizierung zum Immobiliengutachter

Am Ende eines Seminars verfügen die Teilnehmer über eine optimale praxisorientierte und theoretische Grundausbildung. Alle Teilnehmer erhalten eine umfassende Einführung in die Thematik des Gutachterwesens. So werden die Teilnehmer in die Lage versetzt, als Gutachter tätig zu werden und selbstständig Wert- bzw. Schadensgutachten über Immobilien zu erstellen. Am Ende eines Intensivseminars wird in der Regel eine Prüfung vor dem Verband freier Bau- und Bodengutachter stattfinden, der den Teilnehmern eine Bescheinigung und ein Zertifikat bei bestandener Prüfung aushändigt.

Im Bereich des Schadensgutachters sind die Anforderungen sehr viel diffiziler und es werden entsprechend unterschiedliche Spezialbereiche vermittelt. Je nach gewähltem Bauschadensbereich werden entsprechende Zertifikate ausgestellt, welche ein breites Wissen bescheinigen.

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