Immobilien: Welche wichtigen Änderungen gibt es 2021?

WEG-Reform, Maklerprovision, Baukindergeld, Wohnungsbauprämie, HOAI, ImmowertV Novellierung und CO2-Steuer – in der Immobilienbranche wird sich 2021 viel bewegen. Die wichtigsten Neuerungen, die im kommenden Jahr rechtsverbindlich werden auf den Punkt gebracht.
 

WEG-Reform

Bereits seit 01.12.2020 gilt es, das neue Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetzt. Seit 1951 wurde es nur punktuell angepasst, daher war hier eine grundlegende Überarbeitung notwendig.

Mit der Änderung des Gesetzes soll der Umbau von bestehenden Wohnanlagen erleichtert werden, hier hat man unter anderem die Energiewende und den demografischen Wandel im Blick. In Zukunft soll es Eigentümer beispielsweise mit einfacher Mehrheit möglich sein, Beschlüsse zu fassen.

Verwalter sollen mit der Reform mehr Handlungskompetenz erhalten. Dies soll ihre Arbeit erleichtern und effizienter machen. Die Zertifizierung der Verwalter durch einen Sachkundenachweis ist beschlossen worden, nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren können ab Dezember 2022 nur noch durch die IHK geprüfte Verwalter bestellt werden. Sind sie bereits zum 01.12.2020 in Gemeinschaften bestellt sind, gelten sie bis zum 01.06.2024 als zertifizierte Verwalter. Die Weiterbildungspflicht soll von der Zertifizierung unberührt bleiben.

Auch die Eigentümerversammlungen werden vereinfacht. Mit der Teilnahme mindestens eines Mitglieds der Eigentümergemeinschaft gilt die Versammlung als beschlussfähig. So sollen Wiederholungsversammlungen vermieden werden. Nach neuem Recht beträgt die Einberufungsfrist für die Versammlungen drei statt bislang zwei Wochen. Sofern die Eigentümergemeinschaft den Beschluss fasst, können Eigentümer ab sofort auch in elektronischer Form an Eigentümerversammlungen teilnehmen. Rein virtuelle Versammlungen sieht der Gesetzgeber jedoch nicht vor, das Recht persönlich an Versammlungen teilnehmen zu können, soll somit nicht beschränkt werden.

Vereinfachungen gibt es fortan auch bei den sogenannten Umlaufbeschlüssen. Sie können ab jetzt per Mail oder App zur Abstimmung gebracht werden und müssen nicht mehr in Schriftform erfolgen.

Durch klare Formulierungen des Gesetzes sollen Streitigkeiten im WEG-Bereich reduziert werden.

Maklerprovision

Pünktlich einen Tag vor Weihnachten am 23.12.2020 hält die Bundesregierung ein besonderes Geschenk parat, das neue „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ tritt nach einem halben Jahr Übergangsfrist in Kraft. Hieraus ergeben sich Änderungen für Käufer und Verkäufer. So müssen sich Immobilienverkäufer in Zukunft, sobald sie einen Makler beauftragen, mindestens an der Hälfte der Maklercourtage beteiligen. Bislang war die Verteilung der Courtage nicht gesetzlich geregelt, sodass gerade in Regionen mit mehr Interessent als Kaufobjekten auf dem Markt in der Regel der Käufer die Provision in voller Höhe tragen musste. Käufer sollen durch die neue Regelung entlastet werden. Auch Finanzierungen werden für Immobilienkäufer durch das neue Gesetz erleichtert, da die Kaufnebenkosten, die der Käufer in der Regel selbst trägt, dank der neuen Gegebenheiten sinken sollen.

» mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel zur Maklerprovision und Courtage

Baukindergeld

Familien oder Alleinerziehende, die zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 einen Kaufvertrag für ein selbst genutztes Eigenheim unterzeichnen, können unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Baukindergeld eine staatliche Unterstützung erhalten. Nun ist geplant, diesen Zeitraum mit Inkrafttreten des neuen Bundeshaushalts 2021 bis zum 31.03.2021 zu verlängern. Geförderte Eigentümer erhalten dann für jedes minderjährige, im eigenen Haushalt lebende Kind 12.000 Euro Zuschuss über 10 Jahre verteilt.

Wohnungsbauprämie

Im kommenden Jahr sollen mehr Personen von der Wohnungsbauprämie profitieren. Dies wird erreicht, in dem die Grenze des zu versteuernden Einkommens der alleinstehenden Bausparer von 25.600 Euro auf 35.000 Euro angehoben wird, für Verheiratete gilt eine Erhöhung von 51.200 Euro auf 70.000 Euro. Gleichzeitig wird auch die Höhe der Förderung nach oben hin angepasst. Diese steigt von 8,8 Prozent auf 10 Prozent. Die Beitragsobergrenze für die Förderung betrug bislang 512,00 Euro jährlich für Alleinstehende künftig also 700,00 Euro jährlich.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass Alleinstehende statt 45,06 Euro in Zukunft 70,00 Euro Förderung pro Jahr erhalten. Verheiratete profitieren ab 2021 von 140,00 Euro, zuvor waren es 90,11 Euro.

HOAI Mindest- und Höchstsätze

Nach Beschluss des Europäischen Bundesgerichtshofs, sind die Mindest- und Höchstsätze der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) unzulässig. Daher werden sie in Zukunft frei verhandelbar sein.

Auch wird ein vereinfachtes Vergabeverfahren in Kraft treten, mit dem Ziel, dass von Bund und Land beschlossene Maßnahmen schneller umgesetzt werden können.

ImmowertV Novellierung

Ursprünglich war angedacht, dass die Immobilienwertverordnung zum neuen Jahr in überarbeiteter Form in Kraft treten soll, dieses Ziel wurde nicht erreicht, es wird jedoch davon ausgegangen, dass in der ersten Jahreshälfte das Verordnungsgebungsverfahren abgeschlossen sein wird.

Hintergrund der Novellierung ist die derzeit komplizierte Wertermittlung mit sechs verschiedenen Reglungswerken. In Zukunft soll es nur noch zwei Reglungswerke geben. Inhaltlich soll sich jedoch kaum etwas verändern. Man erhofft sich mit den Maßnahmen bundesweit einheitliche Grundsätze für die Wertermittlung zu schaffen und den Sachverständigen die Arbeit zu erleichtern.

CO2-Steuer

Auch das Brennstoffemissionshandelgesetz hält für das kommende Jahr (und die darauffolgenden Jahre) Änderungen parat. Und zwar wird die CO2-Abgabe 2021 unter anderem auf Gebäude ausgeweitet, Hintergrund hierfür ist der Umweltschutz beziehungsweise das Erreichen der Klimaziele. Pro Tonne CO2 werden 2021 nun 25 Euro fällig. Bei Heizöl wären das ca. 8 Cent pro Liter, bei Erdgas ca. 0,5 Cent pro Liter. Die Mehreinnahmen sollen in die Förderung von erneuerbaren Energien fließen.

Quelle: Bundestag, Bundesrat, KfW, BMI, BMU

News

Schreibe einen Kommentar